16. November
Außenverteidiger Jürgen Moll16.11.1939
Ein Löwengeburtstag
Jürgen Moll wurde am 16.11.1939 in Karlsbad geboren. Über MTV und Leu Braunschweig kam er 1957 zur Eintracht. Er blieb Eintracht auch bei Einführung der Bundesliga 1963 treu, obwohl ihm interessante Angebote vom Hamburger SV und von Preußen Münster vorlagen. Jürgen Moll wurde lange Zeit im Sturm eingesetzt und traf dort auch regelmäßig. So schoss er beispielsweise in der Regionalliga-Saison 1962/63, die der Bundesliga direkt vorausging und daher wichtig für die Qualifikation war, in 26 Spielen 23 Tore. Trainer Johannsen schulte Moll später zum Außenverteidiger um. Ab 1965 spielt er nur noch in der Abwehr. Sein "Stürmerblut" konnte er jedoch nie verleugnen, ging häufig mit nach vorn und erzielte immer wieder einmal ein Tor. Insgesamt spielte er für Eintracht zwischen 1963 und 1968 161 Mal in der Bundesliga und schoss dabei 27 Tore.
In der Meisterschafts-Saison traf Moll fünfmal ins gegnerische Netz. Alle diese Tore, die von ihm sämtlich in der Rückrunde erzielt wurden, waren besondere Treffer. Sein erstes Saisontor eröffnete den Torreigen gegen den Tabellenzweiten aus Frankfurt (3:0), sein zweites Tor war das "goldene Tor" gegen den Deutschen Meister 1860 München 13 Minuten vor Schluss (1:0) und sein drittes Tor blamierte die Bayern aus München vollends, da es für sie bereits das fünfte Gegentor darstellte (5:2). Mit dem vierten Tor, seinem einzigen Auswärtstor, eroberte er Eintracht 48 Sekunden vor dem Abpfiff einen wichtigen Punkt bei Fortuna Düsseldorf (1:1). Das fünfte Tor schließlich war das letzte Saisontor für den neuen deutschen Meister Eintracht Braunschweig gegen den "Club" aus Nürnberg, ebenfalls in der letzten Spielminute erzielt (4:1).
Jürgen Moll verstarb gemeinsam mit seiner Ehefrau tragisch bei einem Autounfall am 16.12.1968, mitten in der Saison. Das Ehepaar hinterließ zwei kleine Kinder. Für diese organisierte Eintracht bald darauf ein Benefizspiel, zu dem die Weltmeister-Elf von 1954 antrat.